KUNSTERLEBEN 2019 IN ROM UND WUPPERTAL

Mal wieder stand ich vor dem Friedrich-Engels-Denkmal in Wuppertal. Einfach mal in Ruhe drum herumgehen und die Formen wirken lassen. Angespannte  überdehnte Gliedmaßen, schmerzend verkrampft, erschöpft lösend, Zusammenbruch oder Überwindung. Rhythmische Bezüge führen den Blick und mich als Betrachter drum herum. Über die Ketten hinaus wirft die Skulptur für mich nicht nur die Frage nach der Befreiung des Menschen auf, sondern auch die Frage nach den Zwängen welche uns binden. Die Erinnerung an Erlebtes vor einem Monat im Vatikan klopft an.

Im April 2019 in Rom.  Im November war ich dann nochmals mit einem guten Freund und viel Zeit vor der Figurengruppe des Laocoon.  Zeit zum Träumen und Sinnen. Das sinnliche Leben und Leiden, in Schönheit dargeboten.

So klingen die Tage von Wuppertal und Rom in ergreifender Weise zusammen und der Akkord bildet einen guten Abschluss 2019.

KUNSTAUSSTELLUNG, BANDWEBEREI KAISER &DICKE, WUPPERTAL BARMEN

VILISK_3, 2019    Gregor Eisenmann

RaumZeitEnergieObjekt(K&D), 2019  RaumZeitPiraten

„Zeitenwende/ Maschinenleben, 2019    Bianca Baierl

Im Dezember veröffentlichte ich meinen Rückblick auf die Clownfisch Ausstellung, „Schöpfung im Garten Eden“ in den Elbahallen Wuppertal.  Die nachhaltige Wirkung hat sich mir nach mehr als zehn Jahren bestätigt. Nun durfte ich wieder einen Wandel in die Zukunft hinein, neue Nutzung einer stillgelegten Fabrik in Wuppertal miterleben. Die Ausstellung „FABRIC OF ART“ ist bis zum 1.12.2019, Öffnungszeiten Fr. Sa. und So.  12-18 Uhr geöffnet.

Von dem aufgebrochenen Keim mit polarem lichtdurchflutetem Innenleben,  einem Lichtblick, Stillstand und Bewegung im Keller ging mein anregender Gang, vorbei an tiefgründiger Malerei bis hoch unters Dach. Durch die vielfältigen, gefühlvoll in die bestehende Architektur eingefügten künstlerischen Werke wurden meine Sinne auf angenehme Weise angeregt und belebt. Ein ruhiger Ort zum Träumen und Denken.

 

„AH JA“, MARMORSKULPTUR 2019

„Ah ja “        Marmor       2019

Noch immer liegen einige Stolpersteine im Hof in Torbole. Marmor welcher  sein Aussehen erst mit dem Gestaltungsprozess offenbart. Schlag um Schlag die Grundform anlegen, Flächen, Rundungen und Kanten. Den Formzusammenhang,  die Lage im Raum und den Ausdruck herausarbeiten.

Durch das Schleifen wurde die Skulptur haptisch leichter erfahrbar und ermöglicht erweiterte Sinneserfahrungen.

In der Abgeschiedenheit und der Ruhe am Abend konnte ich Erlebtes nachklingen lassen und wichtige Gedanken vertiefen.

 

ALABASTERSKULPTUR 2019

Im Blog September 2010 berichtete ich von meiner Reise nach V0lterra. Nun ging es an den letzten mitgebrachten Block. Ein forderndes rätselhaftes Material mit einer sanften warmen Ausstrahlung.

Im Mai hatte ich in Torbole begonnen, dann Pause und jetzt ist sie fertig. Für mich hat sie ihren eigen Klang und bringt Freude in mein Atelier in Heiligenberg.

Die Arbeit am Stein eine staubige Angelegenheit und so war ich froh wenn mir frische Luft beim Radfahren entgegen blies. Die Radwege von Torbole nach Mori, nach Arco,  nach Dro und weiter immer weiter, sind einfach genial. Investitionen mit Weitblick und Sinn.

KLEINE HOLZSKULPTUR AUS ESCHE

Formstudie    Esche    Höhe 33cm

Das kleine Stück Esche begleitet mich schon mehr als 25 Jahre. Viele Verwandlungen hat die kleine Formstudie hinter sich und die Arbeit ist beendet. Die kleinen Formstudien bedeuten mir viel, da sie wie Stationen zum Ruhen und Träumen erscheinen. Mal sehen wo sich die gemachten Erfahrungen niederschlagen. Morgen fahre ich zum Bildhauern nach Italien.

RUHIGE SOMMERTAGE IN ITALIEN

Beim Weckruf der himmlischen Posaunen ist es wieder soweit. Hinein in die fleischlichen Freuden und Leiden, unbestimmt was daraus folgt, noch rein am Anfang. „Morgenstimmung“? Das Fresko, in Orvieto im Dom, von Luca Signorelli, die Auferstehung des Fleisches, 1499 bewegte mich erneut und wurde zum Schlussbild meiner Reise. Einfach mal betrachten, miterleben was da geschieht und den Wert für sich selbst bestimmen.

Am Bolsenasee  fanden wir Ruhe und die ersehnte Abkühlung. Ein herrlicher Ausgangspunkt für unsere Fahrten und zum verarbeiten der Eindücke.

Durch die weich erscheinende Landschaft ging es nach Siena, bis hinein ins Zentrum und hinauf auf den Torre del Mangia. Belebte Gassen, Trommelklang und bunte Fahnen.

Nach einem Besuch im Bergbaumuseum in Abbadia, auf meiner Suche nach dem echten natürlichen Zinnober, ging es hinauf auf den Monte Amiata. Ein Ausblick in die Ferne und erholsames Leben um uns herum.

Unsere Reise begann in Bologna. Malerei und frühe Romanik belebten für uns die menschenleere Stadt im August. Ein idealer Ausgangspunkt für einen sonntäglichen Ausflug nach Ravenna. Vor 39 Jahren schlenderten meine Frau und ich durch die Straßen der Stadt und besuchten die wundervollen Bauten. Im August auch hier ruhige Straßen und wenig Menschen. Das Mausoleum der Galla Placidia,  425 bis 430n Chr., von außen ein kleiner schlichter Backsteinbau. Gleich nach dem Betreten verlor sich das normale Raumgefühl und eine Empfindungswelt konnte sich eröffnen.

Die Mosaike von Ravenna mit ihren belebenden Formen und rhythmischen Bezügen eröffneten Empfindungswelten welche zum Reisebegleiter wurden,

FÜNF SKULPTUREN VON LEVERKUSEN HEIM INS ATELIER

 

Auf dem Heimweg von Wuppertal ging es an den Rhein nach Leverkusen in die Galerie Fine-Art. Dort warten fünf meiner Skulpturen auf ihren Umzug ins Atelier nach Heiligenberg, einfach nach Hause.

Ein Kommen und Gehen. Einige bleiben weg und findenden ein neues Zuhause, andere kommen hinzu. Rätselhaft, halb verborgen gehen mir die zukünftigen ganz schön an die Nerven.